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"Ist die Cannabislegalisierung ein (Irr-)Weg?"

CDU-Bundestagsabgeordneter Stefan Nacke diskutierte mit Experten

"Ist die Legalisierung von Cannabis längst überfällig oder gefährlich?", diese Frage stellte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Nacke am Mittwochabend seinen Gästen im Rahmen des gut besuchten 4. "Münsteraner Gesprächs" im Landeshaus des LWL. 

Foto: Credit Paul SchneiderFoto: Credit Paul Schneider

Nacke kritisierte Bundesgesundheitsminister Lauterbach dafür, dass er die Legalisierung befürworte, aber gleichzeitig vor den Gefahren der Droge warne. Er forderte eine klare Kommunikation: "Besonders Jugendliche müssen vor Abhängigkeit geschützt werden. Man kann nicht Drogenpolitik betreiben, indem man erst das Angebot ausweitet und dann Suchtpolitik betreibt."

Der Dokumentarfilmer und Buchautor Amon Barth schilderte sehr anschaulich seine eigene Sucht- und Psychiatriegeschichte. Er plädierte dafür, in der aktuellen Debatte um die Cannabis-Legalisierung nicht nur über die Droge selbst, sondern über Sucht und ihre Ursachen zu sprechen. Letztere seien oft vielfältig: Überforderung, Fluchtreflexe und ein fehlendes positives Selbstkonzept, Schwierigkeiten im familiären oder schulischen Umfeld. 

Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann von der LWL-Uniklinik Hamm sah besonders den zunehmenden Cannabiskonsum bei jungen Menschen kritisch und sprach von einer Trendwende. Zum einen sei der THC-Gehalt im Cannabis heute deutlich höher als früher. Außerdem nehme schon jetzt das Gefahrenbewusstsein der Jugendlichen weiter ab. Er befürchtet eine weitere Zunahme von Suchterkrankungen unter jungen Menschen. 

Die münstersche CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland sieht in der Legalisierung ein falsches Signal, gerade an Jugendliche. Der Gesetzgeber signalisiere, dass Cannabis harmlos sei. Grundsätzlich sei es aber richtig, gerade Jugendliche zu entkriminalisieren. Das Strafrecht sei der falsche Ansatz, um das Drogenproblem zu lösen. Sie warnte außerdem vor den Folgen der Legalisierung wie mehr Aufwand für Verwaltung, Gerichte und Polizei sowie einem "Freibrief" für die grenzüberschreitende, organisierte Kriminalität. 

Einig waren sich alle Podiumsgäste darin, dass die Suchtprävention auch im Hinblick auf andere, teils legale Drogen wie Alkohol und Tabak, aber auch auf synthetische Drogen ausgebaut werden müsse. Angesichts der großen Gesundheitsrisiken, die junge Menschen beim Drogenkonsum eingingen, brauche es umfassende und langfristige Präventionskampagnen und eine grundlegende Strategie, die gemeinsam mit Kinder- und Jugendmedizinern und -psychiatern erarbeitet werden müsse, so das Fazit von Stefan Nacke.